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23.03.2026
Eine Person nutzt ein Tablet, das eine App zur Energieverbrauchsanalyse anzeigt.
Bild: Shutterstock – ESB Professional / ArGe Medien im ZVEH

Die Energiewende wird zunehmend im eigenen Zuhause umgesetzt, wie das 2025 veröffentlichte KfW-Energiewendebarometer zeigt: 83 Prozent der Haushalte halten die Energiewende für wichtig, und 13,5 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen bereits mindestens eine Energiewendetechnologie – 800.000 mehr als 2024. Photovoltaikanlagen sind dabei der Spitzenreiter: 16 Prozent der Haushalte haben bereits eine PV-Anlage auf dem Dach, Batteriespeicher haben sich laut KfW innerhalb von zwei Jahren sogar verdreifacht, von drei Prozent im Jahr 2023 auf neun Prozent im Jahr 2025. Gleichzeitig verzeichnete die Wärmepumpen-Branche 2025 einen deutlichen Zuwachs: Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) meldete 299.000 verkaufte Heizungs-Wärmepumpen, ein Plus von 55 Prozent gegenüber 2024. Erstmals ist damit knapp die Hälfte aller verkauften Wärmeerzeuger eine Wärmepumpe.

„Die Vernetzung von Photovoltaik, Stromspeicher und Wärmepumpe mit einem Energiemanagementsystem verwandelt das Zuhause in ein kleines Kraftwerk und ist ein entscheidender Schritt in Richtung Energieautarkie", erklärt Andreas Habermehl, Geschäftsführer Technik und Berufsbildung des ZVEH. „Damit alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind, braucht es fachgerechte Planung und Installation.“

Energiemanagement: Systeme richtig aufeinander abstimmen

Für Eigenheimbesitzer ist es wirtschaftlich interessant, möglichst viel selbst erzeugten Strom im Haus zu nutzen. Hier kommt das Energiemanagementsystem (EMS) ins Spiel: Es erfasst Stromerzeugung und Verbrauch im Haushalt und steuert angeschlossene Geräte automatisch. Produziert die Photovoltaikanlage mehr Strom als aktuell benötigt wird, kann das System gezielt die Wärmepumpe aktivieren oder ein Elektroauto laden. In den Abendstunden greift es auf gespeicherte Energie zurück oder bezieht Strom aus dem Netz. Digital gesteuerte Systeme helfen, Energiekosten langfristig zu senken und die Unabhängigkeit vom Energieversorger zu erhöhen.

Wärmepumpe im vernetzten Verbund

Laut BWP wurden knapp 80 Prozent aller 2025 neu installierten Wärmepumpen in älteren und bestehenden Gebäuden eingebaut – ein deutliches Signal dafür, dass sich die Systeme auch für die Modernisierung eignen. Die systematisch abgestimmte Steuerung durch das Energiemanagementsystem macht den Unterschied: Produziert die Photovoltaikanlage mehr Strom als aktuell benötigt, schaltet das EMS die Wärmepumpe gezielt zu und nutzt den Überschussstrom zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung. So wird die Wärmepumpe bevorzugt dann betrieben, wenn Solarstrom im Überfluss vorhanden ist.

„Die gezielte Kopplung von Wärmepumpe und Photovoltaikanlage über ein Energiemanagementsystem reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern erheblich", erklärt Habermehl.

Viele Wärmepumpen lassen sich zudem mit einem Pufferspeicher kombinieren, der Wärme für bedarfsschwächere Zeiten vorhält. Die Investition lohnt sich auch finanziell: Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurden 2025 über 288.000 Förderzusagen für Wärmepumpen erteilt, ein Plus von 91 Prozent gegenüber 2024.

Elektromobilität als Teil des Energiesystems

Laut KfW besitzen bereits neun Prozent der deutschen Haushalte ein Elektroauto, 2023 waren es erst knapp sechs Prozent. Das Fahrzeug wird bevorzugt aufgeladen, wenn genügend Solarstrom zur Verfügung steht, und fungiert perspektivisch sogar als mobiler Energiespeicher für das Haus. So werden Stromerzeugung, Wärmeversorgung und Mobilität miteinander verbunden.

„Wer heute in ein digital gesteuertes Energiesystem investiert, legt den Grundstein für langfristige Kosteneinsparungen und leistet gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Energiewende", betont Habermehl.

E-Handwerke sichern Planung und Umsetzung

Die Installation und Vernetzung dieser Systeme erfordern elektrotechnisches Fachwissen und sorgfältige Planung. Falsch dimensionierte oder schlecht abgestimmte Komponenten können das Potenzial eines solchen Systems erheblich mindern. Die Innungsfachbetriebe der E-Handwerke verfügen über das notwendige Know-how, um Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, EMS und Ladeinfrastruktur fachgerecht zu planen, zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Sie kennen auch die aktuellen Fördermöglichkeiten. Passende Fachbetriebe finden Interessierte in der Fachbetriebssuche im Internet unter www.elektrobetrieb-finden.de.