Die E-Handwerke machen das Zuhause fit für die Zukunft
Laut KfW-Energiewendebarometer 2024 setzen fast 13 Millionen deutsche Haushalte bereits auf Energiewende-Technologien – Tendenz stark steigend. Während Photovoltaik-Anlagen die Spitzenposition einnehmen, gewinnen Wärmepumpen und E-Mobilität rasant an Bedeutung. Doch wie bereitet man das eigene Heim optimal auf diese Zukunftstechnologien vor? Andreas Habermehl, Geschäftsführer Technik und Berufsbildung des Zentralverbands der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), erklärt, welche Voraussetzungen durch die E-Handwerke in der Elektroinstallation geschaffen werden sollten und wie Hausbesitzer profitieren.
Herr Habermehl, welche drei Bereiche sind für Eigenheimbesitzer die wichtigsten Bausteine der privaten Energiewende?
Die drei zentralen Säulen sind definitiv Photovoltaik mit Batteriespeicher, Wärmepumpen und E-Mobilität – idealerweise intelligent miteinander vernetzt. Eine moderne PV-Anlage bildet das Fundament der häuslichen Energieversorgung. Im Zusammenhang mit einem Batteriespeicher maximiert sich die Effizienz. Nicht ohne Grund hat sich die Nutzung von Batteriespeichern deutschlandweit binnen eines Jahres nahezu verdoppelt. Wer auf diese Kombination setzt, kann den selbst erzeugten Solarstrom sowohl in die Wärmepumpe als auch in die Wallbox für das Elektroauto einspeisen. Die Elektrohandwerke planen diese Systeme so, dass alle Komponenten optimal zusammenarbeiten und der Eigenverbrauchsanteil maximiert wird. Denn jede selbst erzeugte Kilowattstunde spart nicht nur Geld, sondern macht auch unabhängiger vom Stromversorger.
Welche elektrischen Voraussetzungen müssen Hausbesitzer schaffen, bevor sie in diese Zukunftstechnologien investieren?
Der erste Schritt sollte immer eine professionelle Analyse der bestehenden Elektroinstallation durch den E-CHECK sein. Viele ältere Hausinstallationen sind für die veränderten Bedingungen durch Wärmepumpen oder Wallboxen nicht ausgelegt. Es werden neue separate Stromkreise benötigt und die Geräte müssen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz steuerbar ausgelegt sein. Durch die Steuerbarkeit, mit der ein Netzbetreiber im Falle der Netzüberlastung Geräte wie Wärmepumpe oder Wallbox abregeln kann, erhält der Kunde die Möglichkeit variable Stromtarife zu nutzen. Zusätzlich empfehlen wir ein intelligentes Energiemanagementsystem, das alle Verbraucher koordiniert: Wenn die Sonne scheint, lädt zuerst der Batteriespeicher, dann das E-Auto, und die Wärmepumpe nutzt den günstigen Eigenstrom für die Warmwasseraufbereitung. So werden aus drei Einzeltechnologien ein effizientes Gesamtsystem.
Wie unterstützen die E-Handwerke Hausbesitzer bei der Umsetzung ihrer privaten Energiewende?
Unsere Innungsfachbetriebe sind die Experten für die elektrische Integration aller Energiewende-Technologien. Sie planen nicht nur die einzelnen Komponenten, sondern entwickeln ganzheitliche Lösungskonzepte. Das beginnt bei der Bedarfsanalyse: Wie hoch ist der Stromverbrauch? Welche Dachfläche steht für PV zur Verfügung? Wird ein E-Auto angeschafft? Darauf aufbauend erstellen sie maßgeschneiderte Konzepte inklusive der notwendigen elektrischen Infrastruktur. Dabei berücksichtigen sie auch vorhandene Fördermöglichkeiten. Wichtig ist: Die Investition sollte nicht warten, bis gesetzliche Verpflichtungen greifen, denn dann fallen oft die Fördermittel weg.
Die private Energiewende ist mehr als nur eine Sammlung einzelner Technologien – sie ist ein intelligent vernetztes System, das maximale Effizienz und Kosteneinsparungen ermöglicht. Mit der fachkundigen Beratung und Installation durch qualifizierte E-Handwerksbetriebe wird das Eigenheim zur persönlichen Energiezentrale. Einen passenden Fachbetrieb in der Nähe finden Interessierte unter: www.elektrohandwerk.de/fachbetriebssuche.html