E-Handwerke sind unverzichtbare Partner bei der energetischen Gebäudesanierung – von der Planung bis zur intelligenten Vernetzung
Wer sein Haus energetisch sanieren möchte, denkt häufig zuerst an Dämmung oder Heizung. Doch ohne eine zukunftsfähige Elektroinstallation lassen sich viele Maßnahmen der Energiewende im Gebäude nicht umsetzen.
„Die Elektroinstallation ist das Rückgrat der energetischen Sanierung“, erklärt Andreas Habermehl, Geschäftsführer Technik und Berufsbildung im Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). „Ob Photovoltaikanlage, Wärmepumpe, Wallbox oder Energiemanagement – all diese Technologien benötigen eine leistungsfähige und erweiterbare elektrische Infrastruktur.“
Deshalb ist es sinnvoll, die Elektrotechnik von Anfang an mitzudenken – idealerweise bereits dann, wenn der Energieeffizienz-Experte den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt.
Elektrofachbetriebe liefern wichtigen Input für den Sanierungsfahrplan
Der erste Schritt einer erfolgreichen energetischen Sanierung ist die Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans durch einen zertifizierten Energieeffizienz-Experten. Für eine fundierte Bewertung der elektrischen Anforderungen können bereits in dieser Phase qualifizierte Elektrofachbetriebe wertvollen Input liefern. Sie prüfen, ob die vorhandene Elektroinstallation für die geplanten Maßnahmen geeignet ist: Ist der Zählerschrank ausreichend dimensioniert? Reichen die Stromkreise aus? Kann die Hausanschlussleitung die neuen Verbraucher versorgen? Diese Erkenntnisse ermöglichen eine realistische Kosten- und Zeitplanung und helfen, spätere Nachrüstungen zu vermeiden.
Vom Zählerschrank zur Energiezentrale
Viele Bestandsgebäude verfügen noch über Elektroinstallationen aus den 1970er oder 1980er Jahren. Die Modernisierung des Zählerschranks ist daher häufig ein zentraler erster Umsetzungsschritt. Elektrofachbetriebe schaffen hier die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen: ausreichend dimensionierte Stromkreise für Wärmepumpe und Wallbox, Platz für Überspannungsschutz und FI-Schutzschalter sowie Steuerungsmodule für das Energiemanagement.
„Ein zukunftsfähiger Zählerschrank wird zur Energiezentrale des Hauses, in der alle Komponenten zusammenlaufen und intelligent gesteuert werden“, so Habermehl.
Dabei werden bereits Reserven für künftige Erweiterungen eingeplant – etwa für einen Batteriespeicher oder zusätzliche Smart-Home-Anwendungen.
Neue Energietechnik fachgerecht integrieren
Mit der energetischen Sanierung kommen mehrere stromintensive Komponenten hinzu: Wärmepumpe statt Öl- oder Gasheizung, Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher sowie Wallbox für das Elektroauto. Jede dieser Technologien stellt spezifische Anforderungen an die elektrische Infrastruktur. Die Wärmepumpe benötigt einen eigenen, abgesicherten Stromkreis, die PV-Anlage muss fachgerecht für Einspeisung und Eigenverbrauch angebunden werden, die Wallbox erfordert eine leistungsfähige und abgesicherte Zuleitung. Elektrofachbetriebe koordinieren dabei die Schnittstellen zu anderen Gewerken und legen bei Bedarf auch eine strukturierte Netzwerkverkabelung als Grundlage für intelligente Steuerungs- und Smart-Home-Lösungen.
Intelligentes Lastmanagement spart Kosten
Der eigentliche Mehrwert zeigt sich im intelligenten Zusammenspiel aller Komponenten. Ein Energiemanagementsystem steuert die Verbraucher so, dass selbst erzeugter Solarstrom optimal genutzt wird: Die Wärmepumpe lädt den Pufferspeicher, das Elektroauto nutzt Sonnenstrom, überschüssige Energie fließt in den Batteriespeicher.
„Das Lastmanagement sorgt dafür, dass nicht alle Verbraucher gleichzeitig ihre volle Leistung abrufen“, erklärt Habermehl. „So lassen sich Lastspitzen vermeiden und teure Erweiterungen des Netzanschlusses oft umgehen.“
Ziel ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch und eine Reduzierung der Strombezugskosten.
Strukturiert vorgehen und Förderungen nutzen
Eine erfolgreiche Sanierung folgt einem klaren Ablauf: Nach der Erstinformation erstellt ein Energieeffizienz-Experte den iSFP (individuellen Sanierungsfahrplan), parallel kann ein Elektrofachbetrieb die bestehende elektrische Infrastruktur bewerten. Auf dieser Basis lassen sich Förderanträge vorbereiten – wichtig ist, dass diese vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden. Viele elektrische Arbeiten können im Zusammenhang mit geförderten Maßnahmen wie Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen oder Ladeinfrastruktur bezuschusst werden. Elektrofachbetriebe kennen die technischen Förderanforderungen und sorgen für eine normgerechte Umsetzung.
Qualifizierte Elektrofachbetriebe mit Expertise in energieeffizienter Gebäudetechnik finden Interessierte unter www.elektrohandwerk.de/fachbetriebssuche.html